Die Fähigkeit, innere Körperzustände wahrzunehmen, also Signale aus dem Körperinneren wie Herzschlag, Atemrhythmus, Hunger, Durst, Schmerz, Temperatur oder Erschöpfung zu spüren und zu interpretieren. Der Begriff stammt vom lateinischen interus (innen) und recipere (aufnehmen). Die Interozeption wird über spezifische Nervenbahnen, besonders den Nervus vagus (Vagusnerv), zum Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet. Sie bildet die körperliche Grundlage für emotionales Erleben und Selbstregulation. Eine gestörte interozeptive Wahrnehmung wird mit chronischen Schmerzerkrankungen, Angststörungen und einem veränderten Stresserleben in Verbindung gebracht.