Als postinfektiösen Reizdarm bezeichnet man ein Reizdarmsyndrom, das sich nach einer akuten Magen-Darm-Infektion entwickelt. Die Infektion ist überstanden, doch der Darm hat sich nicht vollständig erholt: Die Schleimhaut bleibt durchlässiger, Immunzellen bleiben aktiv, die Darmnerven reagieren empfindlicher als zuvor. Schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der Menschen, die eine Gastroenteritis durchmachen, entwickeln dieses Beschwerdebild. In der osteopathischen Arbeit begegnet dieser Verlauf regelmäßig, weil Betroffene oft sehr genau sagen können, wann alles anfing. Der Körper hat den Infekt überstanden, aber das Gewebe steht noch unter dem Eindruck davon.