Ein Begriff aus der Architektur und Biomechanik, der das Prinzip beschreibt, nach dem Strukturen durch das Gleichgewicht von Zug- und Druckkräften stabil bleiben, ohne dass einzelne Elemente die Last alleine tragen. Der Begriff setzt sich aus tension (Zugspannung) und integrity (Zusammenhalt) zusammen. Im menschlichen Körper bedeutet das: Knochen, Muskeln, Faszien (Bindegewebshüllen) und Organe bilden ein zusammenhängendes Spannungsnetzwerk, in dem eine Veränderung an einer Stelle das Gleichgewicht im gesamten System beeinflusst. Dieses Prinzip erklärt, warum eine Fehlhaltung der Wirbelsäule die Druckverhältnisse im Bauchraum verändern kann, oder warum ein verspanntes Zwerchfell bis in die Halswirbelsäule wirkt. In der Osteopathie ist Tensegrity ein konzeptioneller Rahmen für das Verständnis körperweiter Spannungsmuster.