Der wichtigste Atemmuskel des Körpers, eine kuppelförmige Muskel-Sehnen-Platte, die Brust- und Bauchhöhle voneinander trennt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen diaphragma (Trennwand). Bei der Einatmung zieht es sich zusammen und senkt sich, wodurch Unterdruck entsteht und Luft in die Lungen strömt. Durch das Zwerchfell verlaufen Speiseröhre, Aorta (Hauptschlagader) und die untere Hohlvene (Vena cava inferior) durch eigene Öffnungen. Es steht über Faszien und Bänder in enger Verbindung mit Leber, Magen, Nieren und dem Herzbeutel. Seine motorische Versorgung erfolgt über den Nervus phrenicus (Zwerchfellnerv), der aus dem vierten Halssegment (C4) entspringt – eine enge anatomische Verbindung, die erklärt, warum Blockaden der Halswirbelsäule die Atemtiefe und Zwerchfelldynamik unmittelbar beeinflussen können. In der Osteopathie nimmt das Zwerchfell eine zentrale Stellung ein: Es wirkt als faszialer Knotenpunkt (Bindegewebsknotenpunkt) zwischen den großen Längszügen des Körpers, verbindet den vorderen mit dem hinteren Faszienmantel und beeinflusst damit Strukturen von der Schädelbasis bis zum Beckenboden. Gleichzeitig ist es eine entscheidende Pumpstruktur für venösen Rückfluss, Lymphzirkulation (Lymphfluss) und Liquorfluss (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit). Über den Nervus vagus und das vegetative Nervensystem steht es in direktem Austausch mit Herz, Verdauungsorganen und dem Stresssystem des Körpers. Eine eingeschränkte Zwerchfelldynamik wirkt sich damit nicht nur auf die Atmung aus, sondern auf nahezu alle regulatorischen Systeme des Körpers.